Buchvorstellung

577 4 m  Karin Leukefeld: Flächenbrand - Syrien, Irak, die Arabische Welt und der Islamische Staat

Neue Kleine Bibliothek 208, 262 Seiten, 2., aktualisierte und erweiterte Auflage, Euro 14,90

ISBN 978-3-89438-577-4

Bis vor wenigen Jahren war Syrien ein aufstrebendes, heute
ist es ein verbranntes Land. Millionen Menschen haben
alles verloren, die Gesellschaft ist tief gespalten. Der von
außen angeheizte Krieg, die politische Isolierung und die
Sanktionen von USA und EU haben ebenso die aufblühende
Ökonomie zerstört wie die syrische Reformbewegung.
Nicht besser sieht es im Irak aus. Gesellschaftlich zerrüttet,
konfessionell zerrissen, wirtschaftlich am Boden, von Terrorismus
überzogen, so lautet das Ergebnis der US-geführten
Militärintervention und Besatzungspolitik. Nichtstaatliche
Akteure wie der »Islamische Staat« und andere Kampfverbände
bestimmen hier wie in Syrien das Geschehen. Der
Krieg mit seiner Flüchtlingskatastrophe destabilisiert aber
auch zunehmend die Nachbarländer. Das Buch erläutert,
wie und warum die Region des »Fruchtbaren Halbmondes
« in Flammen aufgeht, welche Auswirkungen dies auf
die betroffenen Staaten und ihre Gesellschaften hat und
welche Perspektiven sich abzeichnen.

Syrien Krieg

Beschluss der Landessynode zum Bundeswehreinsatz in Syrien hier

NATO Konferenz in Warschau

Der europäische Frieden ist in Gefahr! Erklärung des Willy-Brandt-Kreises zum Warschauer NATO-Gipfel. Dokument

Grundlegende Neujustierung der NATO-Strategie. Artikel von German-Foreign-Policy.

 

 

Syrienaufruf

 Syrienkrieg – nicht in unserem Namen

Mehr als 10.000 Unterschriften in weniger als drei Wochen, das kann sich schon sehen lassen. Es zeigt die Bereitschaft, den Protest gegen den Krieg „niedrigschwellig“ zu artikulieren. Es zeigt, diese Initiative war richtig und ist wichtig und dass noch viel mehr möglich ist. Wir haben eine reale Chance, eine breitere Bewegung zu entwickeln. Dies geht sicher nur mit dem aktiven Mitmachen von noch mehr. Die Initiatoren haben begonnen, über die Übergabe und einen entsprechenden Zeitraumnachzudenken. In der Diskussion ist Ende Februar oder auch Beginn des März. Die erfreuliche Resonanz zeigt, Ideen und Kernbotschaft sind richtig und geben eine Stimmung gegen den Krieg in mindestens Teilen der Bevölkerung wieder.

Aufruf online unterzeichnen

Aufruf als Unterschriftenliste

Syrien: Erklärung der Kooperation für den Frieden

 

Erklärung der Kooperation für den Frieden an den Bundestag: 
Stoppt die Eskalationsspirale in Syrien – keine Tornados, 
keine Kriegsschiffe nach Syrien

Die Kooperation für den Frieden, ein Zusammenschluss von Friedensorganisationen und -initiativen, fordert die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf, sich gegen die Entsendung deutscher Tornado-Flugzeuge und der Marine nach Syrien zu stellen. 
Eine Entscheidung für den Einsatz wäre ein weiterer verheerender Schritt auf der Eskalationsleiter der Gewalt. Durch mehr Gewalt und Krieg wird kein Problemgelöst, durch ein mögliches Zusammentreffen von bis zu fünf Atommächten in der Region besteht die Gefahr eines atomaren Weltbrandes. 

Die Kooperation blickt mit großer Sorge auf die aktuellen Ereignisse an der syrischen-türkischen Grenze. Der Abschuss des russischen Jagdbombers vom Typ Su-24 durch die Türkei birgt das Potential schwerwiegender Konflikte. Wenn ein NATO-Mitglied offen militärisch gegen Russland vorgeht, ist dies ein gefährliches Spiel mit dem Feuer. Zwangsläufig führen die sinnlosen Bombardierungen auch von Zivilisten durch die russische Luftwaffe in der militaristischen Eskalationslogik und der Provokationsstrategie der „Ausgegrenzten“ 
zur Verschärfung der Lage. Ganz akut zeigt sich, dass der Stellvertreterkrieg in Syrien zu unkalkulierbaren militärischen Konflikten führen kann, die weit über die Region Nahost hinausgehen. Auf dem Rücken der syrischen Bevölkerung verfolgen externe Kräfte eigene geopolitische Interessen, die die inländischen Konflikteüberdecken.

Für die Kooperation  ist das oberste Gebot der Stunde, dass alle Parteien besonnen handeln und die Eskalationsspirale gestoppt wird. Deshalb fordert die Kooperation von den Abgeordneten des Bundestages: Keine Tornados, kein Schiff und keine Bundeswehr nach Syrien. Mit militärischen Mittel ist dieser Konflikt nicht zu lösen! Ihre Entsendung wäre ohne eine keineswegs wünschenswerte Resolution der UN zumindest in einem Graubereich des Völkerrechts anzusiedeln. Alle involvierten Kriegsparteien, einschließlich der syrischen, müssen augenblicklich an den Verhandlungstisch, alle Kampfhandlungen stoppen und mit den Mitteln der 

Diplomatie und der friedlichen Konfliktlösung die Auseinandersetzungen beenden Hier sind nicht nur insbesondere Russland und die Türkei gefragt, sondern auch Deutschland, das großen Einfluss auf die Türkei ausüben und eine vermittelnde Rolle einnehmen kann. Syrien braucht Verhandlungen und nicht noch mehr Konfliktparteien, noch mehr Militär und noch mehr Bomben. Wer nach den Erfahrungen der Kriege gegen den Terror und der Versuche von „regime change“ der letzten fünfzehn Jahre weiterhin auf militärische Lösungen setzt, ist 
verantwortlich für noch mehr Tote und Zerstörung, ist ein politischer Bankrotteur oder ein Kriegstreiber.

Verantwortliches politisches Handeln verlangt Waffenstillstand, Verhandlungen und Stopp aller Rüstungsexporte sowie zivile Konfliktbearbeitung.

Pascal Luig, Torsten Schleip, Jens-Peter Steffen
Sprecher der Kooperation für den Frieden

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