Aktionstag 18 November 2017

clip_image002.gif

Die Essener Aktionsberatung aus der Friedensbewegung ruft auf zum bundesweiten Aktionstag am 18.11. mit folgenden Kernaussagen

  • Kriege beenden
  • Abrüstung für globale Gerechtigkeit
  • Entspannungspolitik jetzt
  • Atomwaffen abschaffen

Wir verstehen diesen Aktionstag als Schritt zu einer längerfristigen Kampagne der Friedensbewegung.

Wir wollen mit diesen Aktionen in die Wahl der Bundesregierung eingreifen und unsere Kernforderungen nach Abrüstung gegen die wahnwitzigen Aufrüstungspläne in Deutschland und weltweit unterstreichen. Bis zu 75 Milliarden ( angestrebte 2% des Bruttoinlandsproduktes) bedeuten umfassenden Sozialabbau, noch weniger für Gesundheit, Bildung, Wissenschaft. Die Umwelt bleibt auf der Strecke. Wir wollen keine Atomwaffen in Deutschland und weltweit und die Bundesregierung muss endlich auch den Atomwaffenverbotsvertrag unterzeichnen. Die dramatische Zuspitzung der Lage zwischen Nord Korea und den USA erfordert Dialog und Verhandlungen, keine Kriegsrhetorik. Gründe genug, auf die Straße zu gehen, aber auch zu feiern. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an ICAN ist unser gemeinsamer Erfolg. Auch wir sind ein „wenig Nobelpreisträgergewinner“. Lasst uns das auch einmal fröhlich und optimistisch begehen.

 

Die Friedensbwegung aus Schleswig-Holstein ruft zur Unterstützung folgender Veranstaltungen auf:

PINNEBERG, 27. Oktober 2017: Friedensnetzwerk Kreis Pinneberg. Diskussionsveranstaltung, Gemeindehaus Christuskirche, Bahnhofstraße 2 A, 19 Uhr: "Krieg und die Medien" mit den Buchautoren Friedhelm Klinkhammer und Volker Brätigam. Flyer

 

NEUMÜNSTER, 2. Nov. 2017: Friedensforum, Immanuel-Kant-Schule + Ökumenische Arbeitsstelle Altholstein zeigen: Berliner Compagnie: Das Bild vom Feind. Wie Kriege entstehen“ in der Aula der IKS, Mozartstraße 36, 24537 Neumünster
vormittags 11 Uhr abends 19 Uhr. Kartenvorverkauf  unter: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Tel. 04321 498191 (Abendkasse: 6€; ermäßigt 3€*). Flyer

 

NEUMÜNSTER, 11. Nov. 2017: Zusammenarbeitsschuss der Friedensbewegung S-H (ZAA): DGB-Haus Neumünster, Carlstraße 7, 14.30 Uhr: "Wie weiter nach der Bundtagswahl? Herausforderungen für die Friedensbewegung" mit Erhard Crome, Berlin. Flyer

 

JAGEL, 18. Nov. 2017: DFG-VK. Mahnwache und Meditation. 11:57 Uhr Mahnwache vor dem Tor zum Fliegerhorst Jagel; 14.00 Uhr Meditation „Tor der Stille“ Südeingang Mielberg. Wie gewohnt findet um 11.57 Uhr eine Mahnwache am Haupttor statt. Neu ist eine Meditation am Südtor im Anschluss, also um 14 Uhr. Der Anlass: Wegen des steigenden Fluglärmes formieren sich einige AnwohnerInnen dagegen. Laut Pressebericht sind einige Befragte allerdings nicht gegen die Tornadoflüge überhaupt, sie wollen nur, St Florial lässt grüßen, dass der Lärm doch bitte auf andere Dörfer oder andere Flugplätze verlagert wird. Wir wollen diesen Unmut der Bevölkerung jedoch aufgreifen und argumentieren, dass wir überhaupt keinen Militärflugzeuglärm wollen - weil wir jeden Krieg und Militär ablehnen. Kontakt: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Reichpietsch-Köbis Friedensfahrt

Reichpietsch-Köbis-Friedensfahrt auf der Kieler Förde

K

 Fotos: gst

Vor 100 Jahren wurden die Matrosen Albin Köbis und Max Reichpietsch, die sich für ein Ende des Krieges und für die Freilassung inhaftierter Kameraden eingesetzt hatten „wegen kriegsverräterischer Aufstandserregung“ auf Geheiß von deutschem Kaiser und Kapital zum Tode verurteilt und exekutiert. Fünfzehn Monate später dann, im November 1918, kehrten revolutionäre Soldaten und Arbeiter die Gewehre um, stießen den Kaiser vom Thron und waren drauf und dran, den Generälen, Junkern und Konzernherren den Garaus zu machen.

Am Tag nach der Bundestagswahl erinnerte eine „Reichpietsch-Köbis-Friedensfahrt“ auf der Kieler Förde“ an die beiden Friedenskämpfer und forderte von einer künftigen Bundesregierung u.a. ein Ende der Auslandseinsätze der Bundeswehr und ein Verbot von Rüstungsexporten.

An der Spitze der „maritimen Friedens-Demo“ segelte die Gaffelketch „Albin Köbis“, gefolgt von weiteren Traditionsseglern, Kuttern und Jollen. Ziel des etwa 2-stündigenTörns war die Tirpitzmole, an der die Schiffe der Kriegsmarine vor Anker liegen. Die Seefahrt ging vorbei an derThyssenKruppRüstungswerft, dem Ostuferhafen, von wo aus die NATO-Einheiten in das Baltikum verschifft werden und dem ehemaligem Kieler U-Boot-Bunker. Mit Friedensfahnen, Transparenten und roten Fahnen „bewaffnet“ bot der Schiffskonvoi ein beeindruckendes Bild auf der Kieler Förde.

IMG 9134

Initiiert hatte diese Aktion der AK Novemberrevolution Kiel, bestehend aus Kieler Friedensforum, VVN-BdA, DKP, Interventionistische Linke, Die Linke, Kuhle Wampe, SDAJ und Einzelpersonen.

1917: Matrosen gegen Fortsetzung des Krieges

Die Nachrichten über den Sturz des Zaren, der Kriegseintritt der USA – verbunden mit einem Friedensplan des US-Präsidenten Wilson auf der einen Seite und andererseits die Ausweitung des Seekrieges durch die deutsche Reichsregierung lösten unter den Matrosen der Kriegsmarine erhebliche Unruhe aus.Zusätzlich zur großen Unzufriedenheit trugen die katastrophale Versorgungslage bei den Matrosen in Verbindung mit zunehmendem militärischen Drill bei.

Wie sich dagegen wehren?

Waren den Matrosen ihre traditionellen Interessenvertreter für ihre Sorgen in Form von Gewerkschaftsfunktionären und SPD-Politikern seit 1914 aufgrund deren „Burgfriedenspolitik“ abhanden gekommen, so gab es im Frühjahr des Jahres 1917 mit Gründung der USPD einen neuen Ansprechpartner.

Die von der rechten Mehrheit des SPD-Parteivorstandes eskalierte Disziplinierungspolitik gegenüber der Parteilinken hatte im April zur Gründung der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) geführt. Die sich bereits ein Jahr vorher konstituierte „Spartacus-Gruppe“ um Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg (die sich beide Anfang 1917 wegen ihrer konsequenten Antikriegspropaganda in Haft befanden) hatte sich unter Wahrung ihrer organisatorischen und politischen Eigenständigkeit der USPD angeschlossen.

Zwischen Vertretern der antimilitaristisch gesinnten Matrosen und USPD-Politikern kam seit dem Frühjahr in den Kriegsmarinehäfen Wilhelmshaven und Kiel wiederholt zu Treffen, um sich über die Stimmung der Matrosen der Kriegsmarine auszutauschen. Daraufhin begannen sich Matrosen schiffsübergreifend Anfang Juli 1917 zu organisieren. Auf einer in Kiel stattgefundenen Zusammenkunft - von Köbis und Reichpietsch einberufen - wurde der „Soldatenbund“ gegründet, der die Friedenspolitik der USPD unter den Mannschaften der Kriegsmarine popularisieren und Widerstandsaktionen auf den Schiffen initiieren sollte.

IMG 9136

Köbis und Reichpietsch „wegen vollendeter kriegsverräterischer Aufstandserregung“ erschossen

Im Sommer 1917 kam es auf mehreren Schiffen der Kriegsmarine zu Protestaktionen in Form von sogenannten „Ausmärschen“, dem kurzzeitigen unerlaubten Entfernen vom Schiff während der Dienstzeit.

Das machten am 1. Augustauch 49 Matrosen der in Wilhelmshaven vor Anker liegenden „Prinzregent Luitpold“ - und wurden dafür mit harten Arreststrafen belegt. Aus Solidarität mit ihren Kameraden verließen daraufhin am nächsten Tag 600 Mann desselben Schiffes ihren Dienst „als geschlossene Dienstverweigerung“ und hielten an Land eine Versammlung ab. Nach Rückkehr auf das Schiff wurden die angeblichen Rädelsführer verhaftet. Am 25. August fand der Prozess statt, der mit Todesurteilen für Albin Köbis und Max Reichpietsch „wegen vollendeter kriegsverräterischer Aufstandserregung“ endete.In den frühen Morgenstunden des 5. September 1917 starben sie durch die Kugeln eines Erschießungskommandos auf dem militärischen Übungsplatz in Köln-Wahn. Aus Angst, Soldaten könnten die Erschießung verweigern, teilten die Vorgesetzten dem Exekutionskommando mit, dass sie englische Spione zu erschießen hätten. Über 50 weitere Matrosen der Aktion vom 2. August wurden in weiteren Prozessen zu 400 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Kieler Appell: “Die Ostsee soll ein Meer des Friedens sein“

„Die Ereignisse von damals dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Weil auch heute wieder für Kriege gerüstet wird, wollen wir im Rahmen einer Reichpietsch-Köbis-Friedensfahrt über die Hintergründe und Zusammenhänge informieren und diskutieren,“ hieß es in in dem Aufruf zur Friedensfahrt. Benno Stahn vom Kieler Friedensforum ging in seiner Rede auf die zunehmende Militarisierung des Ostseeraumes und die Ausdehnung der NATO nach Osten, der Verlagerung von Militärgüter in das Baltikum ein. Das alles erinnere fatal an Kalte-Kriegs-Szenarien. Das Bataillon in Litauen wird von der Bundeswehr geführt. Um die NATO-Russland-Grundakte, die keine dauerhafte Stationierung relevanter NATO-Kampfverbände in den neuen Mitgliedstaaten vorsieht, nicht offen zu brechen, rotieren die Truppen, werden also regelmäßig ausgetauscht. Und eines dieser militärischen Drehkreuze für die Truppentransporte ist der Kieler Hafen.

Deshalb sammelt das Friedensforum unter einem „Kieler Appell - Die Ostsee muss ein Meer des Friedens sein“ Unterschriften, mit demder Oberbürgermeister und die Ratsversammlung der Stadt aufgefordert werden, sich gegen jegliche Militärtransporte durch Kiel und vom Kieler Hafen auszusprechen.

Text/fotos:gst

DSCN4485.JPG   DSCN4492.JPG

 

IMG_1215.jpg   IMG_1357.jpg

IMG_1255.jpg

 

 

Frieden geht anders - keine 2 Prozent!

  Der DGB Köln hat eine Petition gegen die geplante Aufstockung des Rüstungsetats gestartet.

Stellungnahme zu den G 20-Aktionen

 

  Im Nachgang zu den Ereignissen beim Protest gegen den G20-Gipfel in Hamburg, hat die Koordination der Friedensaktivitäten zum G20– Gipfel in Hamburg  eine Stellungnahme erarbeitet. 

G20-Demonstration 8.7.2017

Am 8. Juli 2017 fand in Hamburg eine bunte, fröhliche und friedliche Anti-G20-Domonstartion statt, zu der nach unseren Schätzungen an die 100.000 Menschen teilgenommmen haben.

 

IMG 0725                    IMG 0753

 

 

IMG 0769                     IMG 0776

                                      

.20170708 144228 Demo G20 08.07.2017 klein 1                    IMG 0810

 

20170708 144228 Demo G20 08.07.2017 klein 3                IMG 0857

  20170708 144228 Demo G20 08.07.2017 klein 6                 IMG 0854

 

G20 1                                          IMG 0768

 

 

 

 

Seite 2 von 7